"Zuaven im Truppenlager Ohrdruf". Ansichtskarte, gelaufen im März 1916 von Ohrdruf nach Bordeaux. Stempel "Postprüfungsstelle der Kommandantur des Gefangenenlagers Ohrdruf". Sammlung Detlev Brum. Handschriftliche Notiz eines Kriegsgefangenen "aus der Baracke M. B. VI." in französischer Sprache auf der Rückseite, übersetzt: "Pakete erhalten, Freundschaft". Die Ansichtskarte kann man als ein Musterbeispiel gelungener deutscher Propaganda für die französische Heimatfront verstehen: Das friedlich zwanglose, beinahe kollegiale Beisammensein von unbewaffneten deutschen Bewachern und nordafrikanischen Kriegsgefangenen, ordentliche und wärmende Bekleidung und auch die Pakete erreichen die Empfänger - von Fleckfieber und Typhus keine Spur. Anders als es die französische Propaganda glaubhaft machen wollte, seien die Deutschen weder "Hunnen" noch "Barbaren", im Gegenteil, sie behandeln sogar die nordafrikanischen Soldaten gut.

"Zuaven im Truppenlager Ohrdruf"

Auf dem  Truppenübungplatz Ohrdruf in Thüringen befand sich seit 1914 ein großes Kriegsgefangenenlager mit ca. 15.000 Gefangenen. Rund 700 Verstorbene wurden auf dem Gefangenenfriedhof beerdigt. Die Auflösung des Kriegsgefangenenlagers erfolgte bereits im April 1916. Wie in allen großen Kriegsgefangenenlagern, so waren auch in Ohrdruf afrikanische Gefangene interniert.

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Verwendete Quellen:

„Die Kriegsgefangenen in Deutschland“, Siegen-Leipzig-Berlin 1915

Wilhelm Doegen: Kriegsgefangene Völker, Band 1: Der Kriegsgefangenen Haltung und Schicksal in Deutschland. Berlin 1921

 

 

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