Leider … „Dortmund-postkolonial“ hatte noch keine Möglichkeit, diesen Zeitraum näher zu untersuchen. Wenn Sie Hinweise und Tipps zu kolonialen und antikolonialen Aktivitäten in Dortmund nach 1945 haben, dann wären wir Ihnen für eine Kontaktaufnahme sehr dankbar.

Nazistisch eingestufte Straßen und Gebäude wurden kurz nach 1945 umbenannt, so auch die Karl-Peters-Schule, die Wissmannschule sowie die Von-Epp- und die Maerckerstraße.

Alfred Priester, Bezirksamtmann in Kamerun von 1909 bis 1916 und in den 1920er Jahren Vorsitzender der Abteilung Dortmund der Deutschen Kolonialgesellschaft kandidierte im Bundestagswahlkampf 1949 für die F.D.P. und veröffentlichte 1960 im Selbstverlag das kolonialrevisionistische Buch „Erinnerungen an Kamerun“.

Verschiedene Dortmunder Kolonialsoldaten sind auch noch nach 1945 in einem Kolonialkriegerverein aktiv und treffen sich noch bis Anfang der 1950er Jahre.

In den Ostermärschen ab 1965 werden auch wieder antikoloniale Themen aufgegriffen: Zur „Solidarität mit der antikolonialen Revolution“ rufen Dortmunderinnen und Dortmund auf und tunesische „Gastarbeiter“ fordern in Dortmund nationale Unabhängigkeit. Schwerpunkt bildete natürlich der Krieg in Vietnam.

Mit Aufkommen der 1968er-Bewegung und der daran anschließenden Gründung parteiunabhängiger oder christlicher Dritte-Welt-Solidaritätsgruppen, blüht – vorübergehend – auch in Dortmund die Solidarität mit den antikolonialen und für ihre nationale Unabhängigkeit kämpfenden Befreiungsbewegungen in Afrika und Asien.

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Koloniale Veranstaltungen in Dortmund

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